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… oder wie die Vorbereitungen auf einen Umzug und der eigentliche Akt auch verlaufen können. Ein Nachbericht der etwas anderen Art.
Den Umzug habe ich nun in den letzten Tagen hinter mich gebracht, und siehe da – schön langsam kehrt die Normalität in mein Leben zurück. Sicherlich, ich hatte den großen Vorteil im Ort zu bleiben, also nicht wie viele meiner Mitgenossinnen und -genossen hunderte von Kilometern hinter mich bringen zu müssen, doch im Grunde unterscheidet uns nur die Distanz der beiden „Destinationen“. Damit sind einerseits das alte Heim und andererseits der neue Wohnsitz gemeint. Aufwand ist es jedoch der gleiche – egal, ob man 336 Kilometer weit umzieht, 430 km, 850 km, oder eben – wie in meinem Fall – nur „lächerliche“ drei Kilometer.
Die Vorbereitung
Angefangen hat der ganze Spaß schon Wochen vorher. Da dies nicht mein erster Umzug in meinem noch ach so jungen Leben war, besaß ich ja schon Erfahrung und wollte die schon passierten „Fauxpas“ bei diesem Umzug – ich hoffe es war der vorletzte aktive Umzug in meinem Leben – nicht mehr machen. Auf diese Anmerkung komme ich noch im Laufe meiner Schilderung zurück.
In meinem Kopf wurden schon Pläne geschmiedet, wie es diesmal laufen sollte. Was alles besorgt werden muss, was nicht vergessen werden darf, an welche Kleinigkeiten gedacht werden sollten.
Das Einpacken
Als ersten Schritt besorgte ich mir im Baumarkt meines Vertrauens erst mal 10 Umzugskartons – diesmal sollte ja alles seine Ordnung haben ... Dass aus den 10 Kartons im Endeffekt unzählige wurden, sei nur am Rande erwähnt.
Saisonal bedingt fing ich mit dem Schlichten der Wintersachen an. Dicke Pullover, Jacken, Schibekleidung, Hauben und Handschuhe fanden als erste den Weg in die Kiste. Man unterschätze jedoch nie das Volumen einer dicken Winterjacke. Ganz zu schweigen von dem eines kuscheligen Mantels ... Aus der einen geplanten „Wintersachen“-Kiste wurden dann ja doch drei. Natürlich fing ich gleich bei der ersten Kiste an, alles feinsäuberlich zu beschriften.
Nachdem nun die Dinge, die voraussichtlich am längsten ihren Platz in den Kisten haben werden, verstaut waren, nahm ich mir meine Küche vor. Kaum zu glauben, wieviel Geschirr, Gläser, Häferl und sonstiger (Un)rat in einer relativ geräumigen Küche Platz hat. Steht in der nächsten Zeit im Bekanntenkreis eine Hochzeit an? Nein – leider nicht. So wurde jedes angeschlagene Teller, jedes Häferl, das mit der Zeit immer weiter nach hinten rückte, jeder Tupper-Tiegel, dessen Deckel unauffindbar war, entsorgt. Entsorgt? Besser gesagt mal in der Garage deponiert. Gott lob, ich war in der glücklichen Lage eine solche besessen zu haben. Beim Abladen der unnötigen Küchenutensilien in der Garage tat sich ein ziemlicher Abgrund auf.
Mindestens 10 Kisten, natürlich in allen handelsüblichen und unüblichen Größen schauten mir entgegen und schrien mich förmlich an. „Mach’ uns auf, schau’ in uns rein, wir sind voller Glump.“ Na toll. Zeit genug, denkt man sich bei einem solchen Anblick, aber die Zeit vergeht, das brauche ich hier wohl niemanden näher erläutern. Also schnell wieder raus aus der Garage, und wieder zurück in die Wohnung, wo ein extra Platz zum Kisten-Turm bauen freigemacht wurde. Gleich nahe der Eingangstüre – man will es ja den eventuellen Umzugshelfern in Zukunft nicht allzu unangenehm machen …
Was den Zeitfaktor betraf – rein zur Information – befand ich mich zu jener Zeit am dritten Tag meines für zwei Wochen anberaumten Umzugs. Und ich war wirklich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Sprich’: ich hatte eine Woche für die „alte“ Wohnung und eine Woche für die „neue“ Wohnung zur Verfügung. Glücklicherweise konnte ich schon seit ein paar Tagen uneingeschränkt in die neue Wohnung, was ich nur jedem empfehlen kann. Diese Tatsache verringerte den Stress an den letzten Tagen und hilft enorm bei Entscheidungen wie: Stellen wir den Esstisch nun in diese Ecke, oder doch in diese, oder noch besser: Könnten wir ihn nicht an die Decke hängen? Das würde ungemein viel Platz ersparen. Oder Fragen wie Internet-, Fernseher- und Waschmaschinenanschluss zu beantworten. Es ist wirklich nett, wenn man schon beim Einzug all diese Dinge benützen kann, und nicht erst tagelang auf den Herrn Telefon oder die Frau Stromversorgung warten muss.
Die ersten Lichtblicke
Und dann das erste angenehme Gefühl … der Anblick des Kleiderschrankes, in dem sich kein Wintergewand mehr befand … SCHÖN. Und nun her mit meinen besten Freunden. Den schwarzen 120 Liter Müllsäcken, in denen jede Menge Kleidung Platz hat. Alle zu großen, zu kleinen, zu alten, zu lange nicht getragenen und vorallem verwaschenen und abgetragenen Stücke wurden in die Säcke verfrachtet und fanden in den Altkleidersammelcontainern der Umgebung ihr neues zu Hause. Kaum zu glauben, wie oft diese Container geleert werden. Oder aber es hat Beschwerden gegeben, dass sie immer voll sind ;-)
Tja, Danke, liebe Organisationen, dass ihr so hinter der Entleerung her seid und viel Erfolg mit meinen Spenden – der Eröffnung eines Modehauses steht Nichts im Wege. Und bei jedem Einwurf eines Sackes befreit man sich mehr und mehr. Denn fünf Jahre alte Jeans, die schon lange kein Sonnenlicht sahen interessieren wirklich niemanden mehr. Auch wenn man sie bei diesem oder jenem in Erinnerung gebliebenen Ereignis getragen hat. Oder das nette geblumte Kleid, welches man extra für die Hochzeit der zweitbesten Freundin gekauft hat, und dann im Laufe der vergangenen fünf Jahre zwei Mal angehabt hat – interessiert auch keinen. Die Trennung von vielen vielen Kleidungsstücken war sicher das Befreiendste an der ganzen Entmüllungs-Aktion. Dies kann ich nur allen Umziehern und Umgezogenen ans Herz legen. Es heißt ja nicht ohne Grund Umziehen ;-)
Schuhe waren auch so ein Thema – ich entschuldige mich hiermit bei allen männlichen Lesern, aber vielleicht verstehen Sie ja Ihr weibliches Gegenüber nach dem Lesen ein bisschen besser. Sich von Schuhen zu trennen ist nicht wirklich leicht. Doch auch diese Hürde habe ich in Angriff genommen, und erfolgreich – zumindest meiner Meinung nach – gemeistert. Von etwa 50 Paar (ich bin mir bewusst, soo viele sind das auch wieder nicht, meine Damen) habe ich mein Schuh-Kontingent auf etwa 30 Paar reduziert und die Kontrolle über diverses Schuhwerk wiedererlangt. Paarweise gesellten sie sich auch in die Altkleidersammelcontainer, die Untragbaren. Außer die wirklich abgetragenen – die warteten geduldig in der Garage auf ihr Schicksal, denn diese interessieren nicht mal mehr Frau Caritas. Da sich in der Garage immer mehr und mehr zu entsorgende Güter ansammelten, entschied ich mich, das Spermüll-Service von meiner Gemeinde in Anspruch zu nehmen. Gegen eine wirklich humane Gebühr holt diese nämlich den Sperrmüll ab, und man spart sich die mitunter mühsame und organisatorisch aufwändige Reise zum Bauhof.
Kleidungsthema abgehakt. Nun kamen die Bücher an die Reihe. Hier empfiehlt es sich kleinere Kartons zu nehmen. Man glaubt kaum, wieviel schon alleine 10 Bücher wiegen. Und hier schreibe ich nicht von den kleinen, feinen Reklam-Bücherln, die sich auch noch nach Jahren des Gebrauchs in den Tiefen der Bücherregale fanden. Hm. Kaum zu glauben, was alles schon in diesem Leben gelesen wurde – oder auch nicht … Hier tat sich dann das erste Mal der Gedanke „Flohmarkt“ auf. Aber mich von Büchern zu trennen – dazu war ich dann doch nicht im Stande, so fand jedes ein Platzerl in einem Karton. Schon beim Einpacken getrennt nach Kategorien – wegen der Fehler bei den vorangegangenen Umzügen wäre es gewesen …
Dann kamen DVDs, Videokasetten und CDs dran. Die, die gehört gehören durften das Tageslicht weiter genießen, die anderen kamen in die Kiste. Tintifax lässt grüßen. Sollte jemand mit dieser Meldung nichts anfangen, ein kurzes Mail an die Redaktion genügt, diese wird sich bemühen Fragen aller Art zu beantworten.





